Krankentransport – Nötig, aber lästig?!

Veröffentlicht: August 22, 2011 in Rettungsdienst
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In den letzten Tagen ist mir immer wieder ein Thema unter gekommen:

Viele Mitarbeiter haben einfach keine Lust mehr Krankentransport zu fahren. 

Nun stellt sich mir die Frage, ob sie nun alle eine falsche Berufswahl getroffen haben oder es allgemeine Unlust ist? Versuchen wa mal, das differenzierter zu sehen.

Offensichtlich ist doch, dass das meiste Geld mit Krankentransporten (in unserer Umgebung überdurchschnittlich hoch) eingefahren wird und es dringend vonnöten ist, die steigenden Zahlen an Krankentransporten anzugehen. Wenn man sich am Markt behaupten will und auch die Möglichkeiten hat ( mehr als 3 zur Verfügung stehende Ktw!), muss man doch schon fast jeden angefragten Krankentransport annehmen. Nicht nur dass es leicht verdientes Geld ist und die Ktw amortisieren bzw. wieder Geld für neue Rtw reinkommt, nein, auf die Dauer werden die Krankentransporte von vielen kleinen Unternehmen durchgeführt. Eine stattliche Menge Geld geht dadurch dauerhaft verloren und man wird langsam aber sicher vom Markt verdrängt. Wo doch jeder weiß, wie mühselig es ist, in der Branche Fuß zu fassen und sich als ebenbürtiger Partner zu etablieren. Ich erinnere nur mal an die ewigen Konflikte mit der Feuerwehr, die in manchen Städten/ Kreisen die gesamte Notfallrettung beansprucht hat bzw. immernoch unter feuerwehrlicher Obhut steht.

Ebenso ein anderer Punkt, der zwar nicht direkt Sorge der Arbeitnehmer sein sollte, aber in weiser Voraussicht auch mal zu berücksichtigen ist: Wenn das durch vorwiegend KT verdiente Geld auf einmal stark zurückgeht bzw. irgendwann einmal ausfällt, muss sich der Arbeitgeber andere Quellen suchen, um das Leck schnellstmöglich zu schließen. Das heißt dann zwangsläufig entweder andere Arbeitsstellen, Mehrarbeit auf zusätzlich eingesetzte Rtw, vielleicht Sanitätsdienste oder andere mögliche, branchennahe Einsatzgebiete (Fernfahrten, Rückholdienst; je nachdem wie’s geregelt ist) ODER (wenn eben keine alternativen Geldquellen aufzutun sind bzw. nicht ausreichen) Streichungen von Sonderzahlungen oder Zeitarbeitszuschlägen oder sogar betriebsbedingte Kündigungen usw.. Sicherlich kann man kurzzeitige Flauten immer mit 400€-Kräften oder Ehrenamtlern ausgleichen, oder man stellt RAiPler ein, aber das sind keine langfristigen Lösungen!

Wiederum kann ich es verstehen, dass manche Rettungsassistenten abgeneigt sind, Krankentransporte zu fahren, da sie ja schließlich vorwiegend für den Rtw die Ausbildung gemacht haben; aber das verdiente Geld ist doch das gleiche. Die RH und RS wirken ja schon so entlastend, dass zumindest der Tagarbeitsdienst auf den Ktw in der Woche ausschließlich von RH/RS besetzt wird! Zwangsläufig müssen dann die Nächte und Wochenenden von den RA mit besetzt werden. (Bei uns so geregelt.)

UND: Wenn bei allen Mitarbeitern nach langer Frickelei endlich die Rtw-Stunden auf dem Dienstplan überwiegen, wird wieder fröhlich getauscht/abgegeben oder Urlaub beantragt, sodass dann wieder einige nicht besetzte Dienste auftauchen. Und, um die besetzen zu können, wird dann das Ehrenamt wohl rangezogen werden müssen.                                             Also entsteht dann wieder Frust, dass Ehrenamtler Rtw fahren, obwohl das doch den Hauptamtlichen vorbehalten werden sollte, nur erkennen die dann nicht, dass das Problem hausgemacht ist.

Wünschenswert wäre, insgesamt mehr Verständnis von den hauptamtl. RA zu ernten, was wohl nach dem kleinen Überblick auch nicht schwer fallen dürfte. Nachvollziehbar sind die vorherrschenden Probleme, doch sieht man auch sehr deutlich, dass stetig daran gearbeitet wird. (Im Regelfall.. heheh) Wenn nicht, weiter nörgeln und meckern, bis sich was tut.

In diesem Sinnä, mal angenehme Dienste! 😛

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Kommentare
  1. rüdiger s. sagt:

    Netter Beitrag! Vielleicht bisschen asisstentenfeindlich insgesamt, aber durchaus zutreffende Argumente, dass selbst ich als RA dir in einigen Punkten zustimmen muss.
    Natürlich ist manches bei unserer Wache anders, wie du es erklärt hast, aber das Prinzip ist selbe.

    Weiter so 😉

    • Netter Beitrag! Vielleicht bisschen asisstentenfeindlich insgesamt [..]

      Kann sein, wo jedoch das Hauptaugenmerk auf den lag. Also es zwangsweise nur um das Verhalten der Assistenten ging. Wenn ich die nebenamtl./ehrenamtl. Mitarbeiter auch noch „verbal gerichtet“ (:D) hätte, dann wär‘ der post ellenlang geworden.. 😉

      Danke dir!

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