Der Disponent – ein verkannter Macher mit Nerven wie Drahtseile

Veröffentlicht: August 23, 2011 in Rettungsdienst
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Dies ist mein heimliches Tribut an die armen, gequälten Leitstellendisponenten.

Bei all dem Gefluche und Geschimpfe über die Unfähigkeit und Unzulänglichkeit einiger Leidensstellendisponenten, muss man nun auch mal (ein bisschen) was gutes erwähnen: Wer sich schon mal ein paar Minuten mit einem LSTD an den Tisch gesetzt und beobachtet hat, wie der normale Alltag eines solchen ist, wird sich langsam, aber sicher eingestehen müssen, dass dieser Job eben doch nicht so leicht ist, wie manche RD-Mitarbeiter ihn beschreiben. Als ich die Ehre hatte mit einem eigentlich immer sehr gut gelaunten und freundlichen LSTD an einem Pult zu sitzen und ich alle möglichen Funktionen, Möglichkeiten, Kompetenzen, aber auch Pflichten ausführlich erklärt bekommen habe, kam in mir schon ein leichtes Schwindelgefühl auf, wenn man sich die Verantwortung einmal genau vor Augen hält. Sicherlich ist die Verantwortung auf einem Rtw auch hoch, aber eben (meist hehe) nur für einen Menschen gleichzeitig. Wollte man die tatsächliche Verantwortung eines LSTD bemessen, so wäre die potentielle ein Vielfaches und die tatsächliche nur kurzzeitig hoch. 😉

Als mir das auch ungefähr so erklärt wurde, musste ich jedoch blitzschnell einhaken: Wenn man jeden Einsatz nach einem bestimmten Algorithmus bearbeitet, (so wie es die Richtlinien im RD ja auch vorschreiben) wie kann man es denn dann schaffen, für vieles potentiell verantwortlich zu sein? Ich mein, wenn der LSTD am Telefon heraushört „Oh, ..ein Feuer..2 Personenhaushalt..Straße  in 1. Etage ..geringe Rauchentwicklung.. usw.“ dann fügt er das in einem Einsatz ein und guckt, was der Computer ihm vorschlägt. Dass eine Drehleiter für die 1. Etage nicht unbedingt erforderlich ist, müsste für den LSTD ja unschwer zu erkennen sein. Also LF raus mit 2 Rtw (grob, müsste’s das sein). Sobald dann die Fahrzeuge alarmiert sind, liegt ja in dem Augenblick die gesamte Verantwortung auf den alarmierten FZ und Rettungskräften. Wie schon seit Urzeiten jedem Anfänger kolportiert wird: „Rettungsdienst heißt Verantwortung abschieben!“ Vielleicht habe ich seine Grundidee nicht ganz verstanden oder missverstanden, jedoch geht mir da kein Licht auf (selbst bei Großschadenslagen dürfte keine Verantwortung mehr haften bleiben, wenn man nach Algorithmus arbeitet!!). Wenn ich nochmal die Gelegenheit habe, werde ich nochmal graben müssen… 😉

Nichtsdestotrotz war der Besuch äußerst interessant, mal Einsätze aus der anderen Perspektive zu sehen. Dann fällt es einem auch leichter bei der nächsten Fehl- oder Missdisponierung ein Auge zuzudrücken, gerade, wenn (oder eben weil :P) man mal an einigen der vielen Knöpfe rumdrücken darf. Nur Sirenenalarm ist irgendwie nicht so beliebt.. Intolerant! 😀 😛

Also besucht doch mal eure lieben Anweiser und fördert den konstruktiven Austausch. Dann werdet ihr euch erwischen, wie ihr nicht mehr über unsinnige Einsatzstichworte, fehldisponierte Rettungsmittel oder einfach über renitente Ignoranz am Funk cholerisch im Dreieck springt.

In diesem Sinna,

Status 6!

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