Wer hat das noch nicht erlebt:

Ihr habt einen ambitionierten Akademiker zu einem Einsatz dazugerufen und ihr werdet nach Abfertigung der Standardmaßnahmen plötzlich aus dem Konzept gebracht:

[…]

„Kannst du mir eben Acetylcystein geben?“ fragt der Notarzt.

Ihr guckt auf und richtet euren Blick auf den Doc. „Haben wir nicht auf dem Auto. Tut mir Leid! Willst du was anderes haben?“

„Ja. Ne. Schade. Ok. Dann versuchen wir es mal so. Nochmal bitte die Beloc…“ murmelt der NA leise vor sich hin und schaut sichtlich verwundert.

Oder noch ein Paradebeispiel:

Bei einem kleinerem Feuer haben wir eine Person aufgenommen, die jedoch eine starke Rauchgasintoxikation erlitten hatte. Nun schwirrt jedem halbwegs erfahrenem RD’ler sofort ein prädestiniertes Medikament im Kopf umher, welches bei Rauchgasintox gerne mal zum Einsatz kommt.

So war es dann auch, dass wir während der Installation des Monitorings dem Notarzt schonmal die Frage zuwarfen: „Willst bestimmt 4-DMAP haben, nicht?“.

Er schrieb‘ noch kurz den Satz auf dem Einsatzprotokoll zu Ende und neigte dann seinen Kopf in unsere Richtung. Dabei formulierte er die Frage: „Wieso? Haben wir denn kein Hydroxocobalamin (Cyanokrit)  drauf?“.

„Mein Kollege und ich schauten uns gemeinsam an und sagten dann fast zeitgleich: „Nee. Wir hatten und werden wahrscheinlich erstmal auch kein Hydroxocobalamin auf’m Auto haben (leider noch recht teuer..).“

Der NA stöhnte demonstrativ und nahm widerwillig das halbaufgezogene 4-DMAP in die Hand. Er applizierte die nötige Dosis und wies uns dann an in eine gewünschte Klinik zu fahren.

„Schön, dass die Medikamente immer da sind, wenn ich sie mal brauche..“ sagte er in einem Anflug von Ironie und warf uns ein Lächeln zu.

Schon ein Phänomen, dass die Notärzte auch immer die Medis wünschen, die sie wissentlicherweise nicht bekommen können. Ist halt nicht da. 😛

Selbstverständlich tut sich da jetzt unweigerlich die Diskrepanz zwischen Nachfrage (der NA’s) und der Kostendeckung (der Medis) auf, aber das ist eine andere Baustelle. Dennoch interessant zu beobachten. Die Vielzahl der geübten NA’s reagieren ja auch sehr professionell auf die „medikamentöse Abfuhr“, wenn sie denn nicht schon vorher im Groben wissen, was nicht drauf ist.

Beobachtet dies mal. Hat den ein oder anderen Lacher beschert, die Reaktionen der Doc’s zu sehen. 😀 😀

Gestern habe ich unerwartet eine wirklich erfreuliche Überraschung erlebt:

Wir kamen im KTW mit einen Patienten nach einem urologischen Missgeschick ( ich glaub jeder kennt diese Einsätze, der schonmal Nacht oder Wochenende KTW gefahren ist); das heißt, Katheter un/beabsichtigt gezogen. Weil das Altenpflegepersonal keine Neuanlage eines Katheters von Seiten der Einrichtungsleitung nicht darf- trotz Examinierung!- und die Hausärzte nicht mehr in die Heime kommen wollen, fahren wir nun einmal hin zum Urologen in die Klinik, und wieder zurück. Sehr entspannte Fahrten, aber auf die Dauer echt ein Graus.

Nach fast unverschämt langer Wartezeit kam der sichtlich schläfrige Urologe hineingeschlürft und fragte in einem sehr leisen Ton „..das Übliche?“. Wir bejahten dies und fuhren den Patienten in den Patientenraum. Nach getaner Behandlung und Erledigung der Formatlitäten fuhren wir wieder runter. Mein Kollege besorgte derweil einen Transportschein und benachrichtigte nochmal zur Sicherheit die Leitstelle über den Rücktransport.

Auf dem Weg zur Liegendeinfahrt dann bin ich total erstaunt an einem doch noch bekannten Gesicht entlang gegangen: Eine über 80jährige Patientin hielt, im Rollstuhl sitzend, vor den drei Aufzügen. Jene Patientin kam notfallmäßig mit (recht sicherem Verdacht auf) Oberschenkelhals- Fraktur in ebendieses Krankenhaus. Aufgrund der großen Schmerzen während des gesamten Einsatzgeschehens, erfrug ich im Nachhinein die darauffolgende Therapie und den derzeitigen Zustand der Patientin. Mir wurde bei meinem fast „stasihaften“ Stalken weiß gemacht, dass die Patientin offentischtlich postoperativ verstorben sei.

Die atemberaubende Überraschung:  Frau K. sitzt nun seelenruhig und anscheinend gut genesend in ihrem Rollstuhl. Als ich so gedankenverloren an ihr vorbeiging und dachte: „Das Gesicht kennst du doch irgendwoher…“ fing Frau K. schon langsam, aber immer herzlicher an zu Grinsen. Ich blieb stehen und wagte einfach mal nachzufragen. Sie schien wirklich erfreut, als ich meine Vermutung schilderte und sie alles abnickte. Ich war begeistert, konfrontierte sie mit all meinen Fragen, die mir noch am Herzen lagen. Sie schien nicht überfordert. Ein wenig angestrengt, aber ihre Freunde mahnte sie keine meiner Fragen unbeantwortet zu lassen, so schien es. Rückblickend gesehen war das natürlich nicht die nette, umsichtige Art, aber zu dem Zeitpunkt hat man einfach ein großes Glücksgefühl, welches einen erfüllt.

Wenn man nach einem Einsatz, der einen noch länger beschäftigt, versucht durch wildes Rumtelefonieren und Einholen von Informationen, schließlich einsehen muss, dass der/die  Patient/in verstorben ist und man dann durch einen Zufall jene/n Pat. nahezu putzmunter im Krankenhaus antrifft, erfährt einen dann ein unbeschreibliches Gefühl.

Nachdem wir uns verabschiedeten, fuhr ich mit meinem Patienten, der inzwischen wieder recht wach aussah und aufmerksam unserem Gespräch gelauscht hatte, zum Wagen, lug ihn ein und setzte mich rein. Mein Kollege saß schon auf dem Fahrersitz und fragte, warum ich grinse. Ich fasste das Gespräch mit Frau K. kurz zusammen und konnte auch auf dem Gesicht meines Fahrer (he ;)) zaubern, der bei dem Einsatz zur Tragehilfe erschien.Wir brachten den urolog. Patienten wieder auf sein Zimmer und beendeten fröhlich den Einsatz. Auf der Rückfahrt diskutierten wir, wie wertvoll diese Momente sind, wie sie einen an den Grund erinnern, warum man im Rettungsdienst arbeitet und sie einen wieder mit Motivation füllen, die keine Gehaltserhöhung, Beförderung o. Ä. ersetzen könnten. (Denn unerwartete Bestätigungen halten einen immer wieder vor Augen, dass der Beruf und das Handeln nicht unnütz war.)

 

Auf das euch, die im RD arbeiten, auch solche Momente in nächster Zeit widerfahren!

Anscheinend ist wohl kürzlich wieder die „Trauma-Zeit“ ausgerufen worden. Fast alle Rettungsmittel in unserem Kreis und im nahen Umkreis sind in der vergangenen Woche mindestens 1 Polytrauma gefahren. Die so gering anmutende Zahl ist jedoch immens, da im Vergleich zum Jahresdurchschnitt auf 5 Rettungsmittel ungefähr 1,75 Traumata pro Woche kommen! Und selbst diese Zahl sollte gegen null streben.

Versuche, diese ungewöhnliche Häufung mit dem wechselnden Wetter- bzw. Klimabedingungen zu erklären, scheitern ebenso wie Begründungen, dass Fahrbahnen besonders rutschig und schlecht einsehbar sind zu den Witterungsverhältnissen. Eigentlich ist nämlich keine erwähnenswerte Klimaänderung zu beobachten, aber Wetterempfinden ist ja bekanntlich sehr subjektiv.

Mal im Auge behalten, wie sich das Ganze noch entwickelt. Möglicherweise aber auch nur eine kleine Spitze in der Statistik und nicht der Rede wert..

Ein Gedanke gilt noch den vielen Trauma-Opfern (-wenn man jetzt schonmal im 11. September-Trauerwahn ist ). Mögen sie wieder schnell genesen und im Falle des Verschuldens daraus eine ernste Warnung gesehen haben!

Jetzt noch die obligatorische Warnung:

Fahrt bitte vorsichtig und überschätzt euch nicht. Fahrmanöver sind bei unterschiedlichen Witterungsverhätlnisse, verschieden gefährlich. Im Zweifelsfall kein Risiko und dadurch sich selbst oder sogar andere gefährden. So, das hätten wir auch.

„Und damit schließe ich diese Akte.“, um es in den Worten von Ulrich Meyer zu sagen.

„In weiten Teilen Nordrhein- Westfalens spürbar, ereignete sich am 08. September 2011 um 21 Uhr ein Erdbeben der Stärke 4,3 auf der Richter-Skala. Epizentrum soll laut Aussage Geologischen Dienstes NRW der deutsch- niederländische Grenzraum um Goch sein. Von Schäden ist derzeit nichts bekannt.“

 

Eine recht ungewöhnliche Meldung, entspricht aber durchaus der Tatsache. Auswirkungen des Erdbebens war wirklich spürbar, wie man es aus Filmen kennt. Natürlich (zum Glück)  nur in einem sehr abgeschwächten Maße. Geschirr, lockere Gegenstände usw. zitterten kurze Zeit erkennbar auf ihrem Untergrund.

Äußerst komisch, in Deutschland solch ein Phänomem wahrnehmen zu können, wie ich finde. Man hätte schon leicht an ein Endzeit- Szenario a lá „The Day After Tomorrow“ und Konsorten denken können. Mit viel Vorstellungskraft. Man muss sich den Arbeitsalltag ja mal aufregender gestalten 😀

Erster Fernsehauftritt der Komikerin „Gaby Köster“ beim TV- Format sterntv nach ihrem Schlaganfall im Januar 2008

 

Millionen Deutsche sahen am vergangenen Mittwoch in der Sendung „stern.tv“ den nach dreijähriger Pause ersten Tv- Auftritt von Komikerin Gaby Köster. Unter der Moderation von Stefan Hallaschka erzählte Frau Köster ergreifende Details über ihren Schlaganfall, der sie letztendlich nun volle 3 Jahre außer Gefecht setzte, und ihre langwierige Genesung. Dabei zeichnen Köster immernoch die Wunden und Einschränkungen der letzten Jahre, die bei jeder neu eingenommenen Sitzposition Kösters eindrucksvolle Wirkung hinterließen. Denn aufgrund eines Hirninfarktes in der rechten Hirnhälfte hat Gaby Köster stetig mit einer Halbseitenlähmung links zu kämpfen, weswegen sie linkes Bein und linken Arm mit den rechten Extremitäten bewegen muss.

Gekoppelt mit dem ComeBack Kösters war die Sensibilisierung und Aufklärung rund um das Thema „Schlaganfall“, welches jedoch eher in den Hintergrund geriet in Anbetracht der beeindruckenden Geschichten mehrerer Schlaganfall- Patienten und ihrem langen, kräftezehrenden Weg durch Rehabilitation und Therapie, zurück in ein geregeltes Leben.

Lange Zeit hatten die Fans nicht von ihrem „komischen“ Idol gehört und fielen mitsamt dem Moderator und dem Publikum in großes Staunen, als Gaby sichtlich angestrengt über ihre Leidensgeschichte der letzten 3 Jahre spricht. Hier und Da versucht sie die insgesamt doch sehr melancholische und traurige Studioatmosphäre mit einem Witz, schwarzem Humor und Galgenhumor aufzulockern. Größenteils mit Erfolg. Tiefe Einblicke in Frau Kösters Privatleben, ihre Familienbande und ihren Freundeskreis erlangt der aufmerksame Zuschauer an diesem Abend, wenn Gaby offenherzig ihrem Sohn und ihrem Mann für die immerwährende Unterstützung in der Zeit dankt. Glasklar wird dem vorerst verärgerten Fan nun auch, welch‘ eine Kraft es erfordert und welch‘ ein Einschnitt in das Privatleben Kösters es bedeutet, für ein klein wenig Aufklärung zu sorgen. Schnell machte sich dann auch allgemeine Reue und Entschuldigungswille unter den nachtragenden Fans breit, die langsam, aber sicher verstanden, dass die absolute Nachrichtensperre nicht Unwille bzw. Unlust Kösters war, sondern zur flotten Genesung beitragen sollte.

Massenhaft einflatternde Fanbriefe bestätigten Gaby Kösters immernoch bestehende Sympathie bei den Fans und verdeutlichten, dass in der Zeit ihrer Abwesenheit „ein Teil der Fernsehwelt unter den Comedians fehlte“ [sinngemäß: Fanbrief]. Ihre neue Frisur (blonde Dreadlocks mit pinken und türkisfarbenden Strähnen) und ihre gebliebene Kölner Mundart mit dem frechen Witz zeugen von ihrer Lebenfreunde und neuem Lebensmut. Fortschritte seien zwar nur noch sehr kleine zu verzeichnen, doch Köster bleibe dran und versuche wieder im Fernsehgeschäft Fuß zu, wo sie nach einstimmiger Meinung auch hingehöre.

Ein sehr herzergreifendes Erscheinen in der Öffentlichkeit und einer der besten TV- Auftritte Gaby Kösters gemessen an der Präsenz, Natürlichkeit und der Echtheit (man siehe nur die Kamerabewegungen über das Publikum, die die Tränen in den Augen der Menschen, als Köster ihre geringe Überlebenschance und die Umstände thematisiert, aufzeichnen…). Unvergessen wird auch diese stern.tv- Folge eine der emotionalsten und journalistisch wertvollsten in der Geschichte stern.tv’s sein.

So bleibt mir nur noch auf diesem Wege Frau Gaby Köster alles Gute und viel Kraft und Erfolg auf dem restlichen beschwerlichen Weg zu einem „normalen“ Leben zu wünschen! Und kommen sie bald wieder auf unsere Fernsehbildschirme 🙂

Info – bbb

Veröffentlicht: September 8, 2011 in Internetz, off-topiccc
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Nach ein bisschen Recherche um BattleBoiBasti und sein laufendes Turnier, hier nochmal ein paar Info’s für die Interessierten:

Battleboi Basti, Gewinner des AudioBattleTuniers 2011 gegen 4tune und erfolgreicher Teilnehmer des VideoBattleTuniers 2011 (Battle läuft derzeit, im 16tel gegen Duzoe) , rappt als kleiner, frecher Junge verkleidet; mit seiner markanten Stimme, die für manch einen nervig-quälend, für manch einen neu und innovativ ist. Im Hintergrund steht seine Crew, die ClickClackClique, mit Text, Gesang und Audio/Video-Production zur Seite. Der wohl umstrittenste Teilnehmer überhaupt. Fette punchlines und zerstörerische disses werden von ihm auf den beat getrimmt; wahlweise mit Video unterlegt, wenn nicht sowieso erforderlich.

Wie schon kurz erwähnt steht BattleBoiBasti momentan im 16tel gegen den ebenfalls gefeierten Rapper „Duzoe“. Die Hinrunden beider sind schon seit längerem up, die Rückrunden hingegen erst seit dem 06.09. zu begutachten. Nun wird wieder gespannt auf das Juryvote gewartet, obwohl sich jetzt schon abzeichen lässt, dass bbb mit seiner vernichtenden Rückrunde (- ganz im Gegensatz zu seiner vielfach kritisierten Hinrunde- ) wohl eher das Rennen machen wird.

Alles genaustens nachzulesen auf der offiziellen Homepage des Video Battle Tuniers, der Website http://www.rappers.in, in dessen Forum derweil  BBB – Duzoe (16tel) mit über 1.000 Posts der offensichtlich umstrittenste und polarisierendste Thread scheint.

Wollen wir mal nicht zu optimistisch sein, aber realistisch gesehen könnten jetzt nur noch weniger als eine handvoll Teilnehmer des VBT bbb den Sieg streitig machen. Laut einhelliger „Forummeinung“ wären potentielle  Gegner, an denen bbb ein bisschen zu knacken hätte, ausschließlich 3Plussss und Weekend, der in bbb’s Hinrunde (-wie basti im Gegenzug bei Weekend-) eine line als Cameo hatte.

Mal schauen, wie sich Weekend und 3Plussss gegen ihre Kontrahenten im 16tel schlagen und, ob sie als mögliche Gegner Bastis noch in Betracht kommen… 😀

Bei einem Herzinfarkt ist wohl (neuerdings?!) zu beachten, ob Sauerstoff wirklich noch indiziert ist. Dabei muss  man die jeweilige Art des Herzinfarktes näher in Betracht ziehen. Unter Umständen ist es geradezu kontraindiziert, Sauerstoff in hoher Konzentration zu verabreichen, da es freie Radikale freisetzt und den Körper in dem Augenblick noch mehr schädigt als hilft.

Klare Unterscheidungen, bei welcher Art von Herzinfarkt man nun überhaupt, und wenn ja, wieviel, einsetzen sollte, hab‘ ich allerdings nicht gefunden. Fakt ist, dass einschlägige Werke sich einig sind, dass die Gabe von Sauerstoff bei einem Herzinfarkt immernoch höchst angemessen ist. 8-15 l/min. hab‘ ich mal gelernt bzw. neudeutsch: High-Flow.

Und bis solche Tabelle noch nicht erschienen sind, fährt man wohl besser, wenn man sich weiterhin an das gut alte Lehrbuch hält.